Warum sind viele Frauen blond, haben Männer einen Bart und Pfauenmännchen so lange Schmuckfedern?
Das ist sexuelle Selektion. Die erwähnten werden häufiger als Partner ausgewählt als andere. Wenn das oft genug passiert, bleibt das entsprechende Merkmal enthalten, auch wenn es aus evolutionärer Sicht für die Partner keine weiteren erkennbaren Vorteile bietet.
Die sogenannte Runaway selection wurde ab 1915 durch den Genetiker und Evolutionsbiologen R. A. Fisher entwickelt. Sie beschreibt folgenden Selbstläuferprozess: Das Pfauenweibchen bevorzugt oft das Männchen mit den längsten Schwanzfedern. Deshalb gibt es auf Dauer immer mehr Männchen mit immer längeren Schmuckfedern. Dies führte schließlich dazu, dass die Männchen aufgrund der langen Federn einen Überlebensnachteil hatten, weil sie mit so langen Federn nicht mehr fliegen können.
Interessant ist in diesem Zusammenhang noch, dass solche Selektionen durchaus regional begrenzt sein können. In Europa gibt es beispielsweise wesentlich mehr blonde Menschen und barttragende Männer als im Rest der Welt. Die mandelförmigen Augen der Asiaten sind hierfür ein weiteres Beispiel.
Der weiße Pfau (Pavo cristatus mut. alba) wird übrigens oft für einen Albino gehalten, es handelt sich hierbei jedoch nicht um Albinismus sondern um Leuzismus, da seine Iris dunkel und nicht rot ist. Ein weiteres Beispiel für eine erfolgreiche Mutation. Also auch irgendwie sexy…
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